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Unser Igel in Gefahr

IGEL
Jeder kennt ihn, jeder mag ihn, sein Anblick zaubert Groß und Klein ein Lächeln ins Gesicht.

Doch nun ist unser Igel, der zu den ältesten Säugetieren der Welt gehört, ernsthaft in Gefahr. Er teilt dieses Schicksal mit so vielen Arten, deren Lebensräume immer weiter schrumpfen.
Laut der Roten Liste der IUCN gilt unser stacheliger Freund inzwischen als gefährdet und steht unter strengem Artenschutz.
Mit seiner Ernennung zum Wildtier des Jahres 2024 sollte seine Lage in den Fokus der Öffentlichkeit gelangen. Die Bestände unseres Igels sind in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen.

Hauptursache sind fehlende Lebensräume, aufgeräumte, artenarme, kahle Gärten und Grundstücke, allen voran der Rückgang der Insekten, von denen er sich hauptsächlich ernährt. Der Straßenverkehr stellt für ihn ein hohes Risiko dar, und leider auch in zunehmendem Ausmaß sein qualvoller und stiller Tod durch Mähroboter, Heckenscheren, Rasenmäher und Trimmern sowie Motorsensen.
Igel flüchten nicht, sondern rollen sich bei Gefahr zusammen. Schwere Verletzungen, abgetrennte Gliedmaßen, tiefe Schnittwunden und schlimme Verstümmelungen sind die Folge.
Die Mitarbeiter von Igelauffangstationen sind mittlerweile oft am Limit und müssen mit diesem Leid Tag für Tag umgehen. Meist ehrenamtlich helfen sie selbstlos und aufopferungsvoll rund um die Uhr, um wenigstens einige Tiere zu retten und möglichst viele von ihnen gesund zu pflegen.
Auch unsere immer milderen Winter machen dem Igel zu schaffen, da seine eigentliche Winterruhe von November bis manchmal in den Mai durch extreme Temperaturschwankungen gestört wird und viele Tiere dadurch geschwächt und krank werden. Manche Jungigel werden inzwischen erst im Dezember geboren, sie können den Winter dann nicht überleben.

Durch unsere strukturarmen, ausgeräumten Agrarlandschaften sind unsere Gärten wichtige Lebensräume und Rückzugsorte für unseren Igel geworden.
Naturnah gestaltete Gärten helfen ihm zu überleben. Mit aufgeschichteten Laub- und Reisighaufen, Wildblumenwiesen, Natursteinmauern und Totholzhaufen sowie vielen einheimischen Pflanzen entsteht im Garten eine große Artenvielfalt mit vilen Insekten, die die Nahrungsgrundlage unseres Igel bilden.
Im igelfreundlichen Garten verzichtet man am besten ganz auf Mähroboter oder zumindest auf deren Einsatz in der Dämmerung und in der Nacht, da unser Igel nachtaktiv ist.
Vorsicht ist auch beim Heckenschnitt und Mähen geboten, da Igel sich tagsüber unter Gehölzen und Laub verstecken und dabei schwer verletzt werden können.
Rasendünger und andere Chemikalien können zu Verätzungen führen und haben in einem naturnahen Garten nichts zu suchen.
Zäune und Grundstücksbegrenzungen sollten Durchschlupfmöglichkeiten bieten, da Igel größere Reviere benötigen. Gruben und Kellerschächte sollten abgedeckt sein und Gartenteiche so angelegt werden, dass der Igel herausklettern kann.
Kranke oder verletzte Igel bringt man schnellstmöglich zur nächsten Igelauffangstation.

Suche nach Igelauffangstationen

Wir als Gartenbesitzer haben demnach eine große Verantwortung und jeder einzelne von uns kann viel dafür tun, damit auch unsere nächsten Generationen noch Freude an unseren stachligen Gesellen haben und unsere kleinen, so wichtigen Schädlingsvertilger im Garten wieder eine bessere Überlebensperspektive bekommen.

Bitte helfen Sie mit!